Diebe der Magie
Nirina
Pst, Reisende/r!
Ich bin Nirina. Verrat mich nicht an meine Tante Aethel, aber ich kann dir helfen.
Ich hab schon öfter gesehen, dass Reisende sich hier in den verschiedenen Zimmern der Taverne verlaufen oder nicht wissen, wie sie die Aufgaben lösen sollen. Genau dabei kann ich dich unterstützen. Aethels Gate ist das Spiel in der Taverne, Grennland Soldier das Soloabenteuer.
Wenn du mich brauchst, bin ich da.
Da, ein Geräusch.
„Moment kurz“, raunst du und verschwindest in der Richtung, in der du es gehört hast. Kaum bist du außer Sichtweite, hörst du eine Stimme: „Menschlein! Ich habe zu lange nichts gehört von dir.“
Du blickst Gyrak an, der wie beim letzten Mal in den langen schwarzen Mantel gehüllt ist, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
„Was machst du hier?“
„Ich wollte nach dir sehen.“
„Natürlich. Du und ich, wir sind doch Freunde. Und ich wollte dir noch ein paar Dinge mit auf den Weg geben.“
Deine Hand sucht nach der Flöte in deiner Tasche.
„Nein, nicht die Flöte. Nein, ich muss dir etwas über Wächter erzählen.“
„Wächter?“
„Ja. Das sind Verrückte, die sich zu einem Orden zusammengeschlossen haben. Sie behaupten, sie würden Esilia dienen.“
„Der Göttin der Weisheit. Warum sollten es Verrückte sein?“
„Nun, weil sie den Menschen ihrer mächtigsten Gabe berauben?“
„Ja. Wusstest du, dass die Menschen Magie nutzen können?“
„Nein! Es gibt doch keine Magie.“
Gyrak lächelt. „Ich weiß, dass du mich gesehen hast!“
„Und?“
„Ich meine, dass du meine Glyphen gesehen hast, die schwarzen Zeichen auf meiner Haut. Sie kommen von der Magie.“
„Also bist du ein Wächter?“
„Nein. Ich bin einer von denen, die davongekommen sind. Die nicht von den Wächtern bestohlen wurden.“
„Ich bin rechtzeitig von anderen gefunden worden, die sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht haben, die Wächter an ihrem schändlichen Tun zu hindern.“
„Warum heißen sie Wächter, wenn sie nichts Gutes tun?“
„Jeder glaubt von sich, er würde das Richtige tun, oder? Sie behaupten, sie würden die Menschen vor etwas Bösem schützen, aber in Wahrheit wollen sie nur die Macht der Magie für sich. Kendirael ist einer von ihnen!“
Plötzlich grinst Gyrak dich an. „Ja, glaub es nur.“
„Niemals? Warum sollte ich dich anlügen?“
Du erinnerst dich genau daran, wie Kendirael die Verwundeten versorgt hat. Da war nichts von Grausamkeit zu spüren gewesen. Aber er war seltsam abweisend gewesen.
Wind pfeift an deinen Ohren.
„Ah, du fühlst die Wahrheit oder?“
„Schauergeschichten?“ Wind kommt auf. „Wohl kaum. Sieh her, meine Magie.“ Er streckt seine Hand aus. Auf ihr tanzt ein Blatt. Dann zwei. Dann fliegen immer mehr Blätter aus der Umgebung heran und wirbeln, als hätte ein Sturm sie erfasst.
Schließlich fallen sie zu Boden.
„Nun, jetzt wo du mehr weißt: Wir müssen Kendirael unschädlich machen. Und dazu brauche ich dich.“
„Wofür?“
„Wir müssen ihm eine Falle stellen. Er weiß nicht, dass du mit mir gesprochen hast. Du bist einfach nur ein Mensch. Einer von denen, denen die Magie gestohlen wurde. Also wird er mit dir reden.“
„Und?“
„Und dann kannst du ihm eine Falle stellen. Sobald du mit ihm sprichst, sorgst du dafür, dass er abgelenkt ist, und ich kann ihn mir holen.“
Gyrak macht einen Schritt auf dich zu. Der Wind wird stärker.
Du schüttelst den Kopf. „Nein.“
„Vergiss nicht, dass er zu denen gehört, die die Magie gestohlen haben. Überleg es dir, aber nicht zu lange!“
Gyrak dreht sich um, geht und ist nach wenigen Augenblicken unter den Bäumen verschwunden.
Du kehrst zurück.
Kehre zu Deinem Reisetagebuch zurück und sieh nach, welche neuen Einträge sich ergeben haben.
Außerdem kannst du von dort wichtige Orte immer wieder aufsuchen.
