Tokofe

Erlass von König Cenhelm III:
Es sollen unverzüglich Karten gezeichnet werden und in den Archiven von Tokofe gelagert werden, auf dass der Stand der Stadt im Jahre 1302 für alle Zeiten bewahrt werde.

Die Stadt hat dich gelockt. Tredam davosi – die goldene Stadt.
Als du sie betrittst, fragst du dich, warum sie so heißt. Es ist zwar Nacht, aber würde eine goldene Stadt nicht trotzdem schimmern?
Stattdessen scheint sie dir auf den ersten Blick genau wie andere Städte auch.
Eine breite Straße, die dich vom Südtor hereinführt. Es riecht nach Wasser, teilweise nach Moder, nach Menschen.
Immer wieder schaust du dich um. Lauert dort etwas in der Dunkelheit?
Du bist froh, als du den Teil direkt um das Südtor herum hinter die lässt. Jetzt scheinst du in etwas angenehmere Bereiche zu kommen. In der Dunkelheit erkennst du breite Tore, hinter denen vielleicht Höfe liegen. Die Häuser sind gepflegt und einige unter ihnen sogar prachtvoll.

Ein Duft steigt dir in die Nase, der sich deutlich von den anderen unterscheidet. Dein Magen beginnt zu knurren. Frisches Brot. Die Bäcker können nicht weit sein.
Du hältst dich nach rechts und stößt auf einen großen Platz. Der Marktplatz? Im Dunkeln ist es nicht ganz zu sagen.
Vor dir wird es heller. Du erkennst keine Kerzen, keine Öllampen und auch die Monde am Himmel sind genauso wolkenbedeckt wie zuvor. Aber die Straße vor dir ist breit und scheint sanft zu glühen.
„Es ist dir aufgefallen?“ Breanos Stimme. Du drehst dich zu deiner linken und siehst den alten Mann neben dir stehen, die Kapuze seines Mantels weit in sein Gesicht gezogen und den Mantel eng gewickelt.
„Hm?“

„Das goldene Flirren. Eigentlich können Menschen es nicht sehen. Zumindest keine Menschen aus Beormere. Aber vielleicht gibt es in deiner Welt ja Magie und deswegen kannst du es wahrnehmen.“

„Die goldene Stadt“, flüsterst du.

„Die Stadt der Wächter“, gibt Breanos zurück. Dann greift er deine Hand. „Komm. Ich zeige dir den Tempel. Und dann – sofern kein anderer gerade darin blättert – die Chroniken der Wächter.“

Was sind die Wächter? Doch du sprichst es nicht aus.
Bevor ihr den Tempel betretet, kommt ein Mädchen über die Straße gelaufen. Doch sie huscht so schnell vorbei, dass sie kaum zu sehen ist.
„Wer war das?“, fragst du.
„Livia, Tochter des berühmtesten Figurenschnitzers von Tokofe.“ Breanos runzelt die Stirn. „Normalerweise versteckt sie sich im Garten auf Stelzen.“

Du hältst an. Garten auf Stelzen? Das klingt verlockend. Aber nicht jetzt. Nicht mit Breanos an deiner Seite, der dir den Weg in den Tempel ermöglicht. Nicht heute. Aber ein anderes Mal ganz gewiss.

WÄCHTER KRASOS GLAUBE
QUEST

Der Schutz der Menschen

Oraen sieht dich streng an.
„Ich gehe“, stimmst du zu. „Aber ich habe vorher noch eine Frage.“
Breanos zuckt zusammen, Oraen zeigt keine Regung.

„Wieso darf keiner von euch wissen?“

Ein winziger Schatten läuft über Oraens Gesicht, als er antwortet:
„Sag du es mir, Mensch. Wenn du dich entscheiden müsstest, ob du krasonische Magie nutzt, um dein Leben besser zu gestalten – würdest du es tun?“ Überlege es dir gut, du wirst deine Entscheidung nicht mehr ändern können.

Du hast deine Entscheidung getroffen. Oraens Augen werden kleiner, seine Stirn furcht sich. Du nickst und wendest dich zum gehen. Doch im letzten Moment hörst du Oraens Stimme hinter dir: „Ich hörte von Breanos, das jemand den ich kenne, jemand den ich schützen wollte, den sicheren Ort verlassen hat, an dem sie weilte. Wenn du sie siehst – wahrscheinlich ohne ihr Gesicht zu erkennen – sag ihr nur dieses: Menschlein.“
„Menschlein?“
An Oraens Stelle raunte Breanos: „Er wird dir nicht mehr sagen. Aber ich rate dir, dich neben die Bühne in Aethels Taverne zu setzen.
Manchmal taucht sie dort auf.“

Du warst lange genug im Tempel und möchtest doch noch durch Beormere weiterstöbern. Hier ist dein Weg zurück.
Oder bist du so müde, dass du eine Pause in Aethels Taverne machen möchtest?

Nach oben scrollen