Sabotage

Der nächste Morgen zeigt vom Himmel her beinahe keinen Unterschied zur Nacht. Ihr haltet euch bedeckt, schärft eure Waffen und sprecht nur das Nötigste miteinander. Die Luft flimmert vor Anspannung.

Hauptmann Aldwyn wandert von Gruppe zu Gruppe, um euch Anweisungen zu erteilen. Obwohl es quälend langsam scheint, kommt der Abend. Als sich die Nacht gesenkt hat, geht es los.

„Ich brauch ein Messer“, murmelst du. Ein Bogen ist nicht die richtige Waffe, um in ein fremdes Lager einzudringen.

Noch bevor du dir eines suchen kannst, hält dir Ead eines hin. „Ist solide, mehr nicht.“

Du grinst. „Solide erledigt hoffentlich die Arbeit.“

Zu dritt macht ihr euch auf den Weg. Tiw und du habt euch freiwillig gemeldet und kurzerhand beschlossen, dass Ead es ebenfalls tut. Leider war Aldwyn der Meinung, dass Ead zu wichtig sei, und so werdet ihr von Oswyn begleitet, einem erfahrenen, aber sehr schweigsamen Soldaten.

„Vielleicht nicht das Schlechteste, wenn dich jemand vom Reden abhält, Tiw.“

„Als ob du besser wärest.“

Oswyn wirft euch einen Blick zu, der euch mehr als deutlich sagt: Ich kann euch auch den Rommis zum Fraß vorwerfen.

Die Luft über Desert End hängt dick, als hätte der Wind beschlossen, den Wüstensand zu sammeln und überall zu verteilen. Und dazu hat sich der Himmel entschieden, nicht normal nachtblau zu sein, sondern er trägt einen rötlichen Schimmer.

Voller dunkler Ahnungen blickst du nach oben.

„Meinst du, in den Sternen steht geschrieben, was geschieht?“

Du schüttelst den Kopf. „Leider nein, die Sterne interessieren sich nicht dafür, was wir Menschen hier treiben. Wir sind zu unwichtig. Aber ich frage mich, ob der rote Himmel etwas verändert.“

Tiw zuckt mit den Schultern. Da ihr deutlich näher ans gegnerische Heer herangerückt seid, klappt ihr eure Kapuzen hoch und bewegt euch dicht am Boden.

Ihr habt beschlossen, von hinten in das Lager einzudringen, damit es im Zweifel so aussieht, als würdet ihr von der rommländischen Seite kommen.

Leise schleicht ihr euch durch das nächtliche Lager. Zerschneidet Sehnen von Bögen und Armbrüsten. Setzt Schnitte in die Schildriemen.

Als du über einen Pfeilvorrat stolperst, brichst du die Pfeile kurzerhand alle einmal durch.

Doch genau das wird euch zum Verhängnis, denn ihr habt euch zu lange dort aufgehalten und seid zu laut gewesen mit dem, was ihr tut. Tiw und du könnt euch noch rechtzeitig in Deckung bringen, aber Oswyn wird aufgehalten.

Widerstandskraft

Tiw würfelt mit einem festen Widerstandswert von 3. Du würfelst mit dem Widerstandswert deines gewählten Charakters. Gelingt mindestens eine der beiden Proben, kann Oswyn gerettet werden.

Gelingt die Probe, traut sich einer von euch zu Oswyn hinaus und redet den Kameraden heraus.

Gemeinsam beendet ihr euer Werk und kehrt ins Lager zurück.

„Haben wir noch ein verdammtes Ale?“, fordert Tiw, als ihr bei Ead ankommt.

Er grinst und hält euch bereits drei Krüge hin.

In einem Zug kippt ihr es hinunter.

Der Wind hat zugenommen und die wenigen Feuer im Lager flackern trotz der Barrieren, die die Häuserreste bieten.

Über allem liegt eine Schwere, die nichts mit dem Sand in der Luft zu tun hat.

Der morgige Tag naht.

Gelingt die Probe nicht, seht ihr zu, wie Oswyn abtransportiert werden soll. Aber er wehrt sich, stiehlt das Schwert eines Gegners und greift die Rommländer an. Ihr seht zu, wie er fällt. Mit zusammengebissenen Zähnen schleicht ihr euch in eine andere Ecke, setzt euer Werk fort, so gut es geht, und verschwindet dann.

Erst als ihr die rommländische Armee weit hinter euch gelassen habt, macht Tiw den Mund auf. „Verdammt.“

„Absolut!“

Keiner von euch sagt mehr. Es ist nicht nötig.

Ihr schlagt euch zu Ead durch, der euch je einen Krug Ale hinhält. Doch der dritte Krug, den er vorsorglich gefüllt hat, bleibt stehen.

„Scheiße!“, flüstert Ead. „Hat es wenigstens geklappt?“

Du nickst.

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