Das Opfertier
Nirina
Pst, Reisende/r!
Ich bin Nirina. Verrat mich nicht an meine Tante Aethel, aber ich kann dir helfen.
Ich hab schon öfter gesehen, dass Reisende sich hier in den verschiedenen Zimmern der Taverne verlaufen oder nicht wissen, wie sie die Aufgaben lösen sollen. Genau dabei kann ich dich unterstützen. Aethels Gate ist das Spiel in der Taverne, Grennland Soldier das Soloabenteuer.
Wenn du mich brauchst, bin ich da.
„Sch. Ich höre ihn. Er kann nicht mehr weit sein.“
Der Migarus-Geweihte führt dich auf so schmalen Pfaden durch die Wälder, dass du oft nicht weißt, ob es wirklich noch ein Weg ist, auf dem ihr wandelt.
Doch er ist sich vollkommen sicher, und nach etwas mehr als einer Stunde dringen nun die schnaubenden Geräusche – das Gründeln – des Gründlers an euch heran.
Ihr macht euch bereit.
Mit Lanze und Messer in der Hand rückst du dem Gründler zu Leibe, während der Migarus-Geweihte einen durchdringenden, kehligen Gesang erschallen lässt. Deine Kraft pulsiert in deinen Armen, und mit einem glücklichen Stoß erledigst du den Gründler, bevor er weiß, was geschehen ist.
Mit Lanze und Messer in der Hand rückst du dem Gründler zu Leibe, während der Migarus-Geweihte einen durchdringenden, kehligen Gesang erschallen lässt. Deine Arme zittern leicht, bevor du die Lanze fester packst und sie in das massige Tier hineinstößt.
Doch der Gründler ist so leicht nicht zu besiegen. Trotz der Lanze in seiner Seite stürzt er sich auf dich, seine Hauer rammen sich in dein Bein. Ein stechender Schmerz breitet sich aus. Der Gesang des Geweihten verändert sich, der Schmerz ebbt ab. Du setzt zu einem weiteren Stoß an, und diesmal durchdringt die Lanze das Tier.
Gleich danach knickst du um.
Leredan kniet sich neben dich, legt die Wunde an deinem Bein frei, tröpfelt den Inhalt einer Phiole darauf, die er aus seiner Tasche zieht, und verbindet die Wunde mit einem sauberen Tuch.
„Du hast Glück gehabt. Vielleicht hast du morgen noch Schmerzen, aber spätestens übermorgen ist es wieder gut.“
Der Geweihte kniet vor dem Tier nieder und lädt dich ebenfalls dazu ein.
Er reicht dir das Messer.
Das Messer vibriert in deiner Hand. Ein warmes Gefühl fließt durch dich hindurch, bis hoch in dein Herz und wieder zurück in die Hand. Migarus, denkst du, und ritzt das Zeichen des Gottes neben den Lanzenstich in das Tier. Dann packst du den Gründler, hebst ihn auf deine Schultern und trägst ihn zum Platz des Klanges.
Du stichst das Messer ganz leicht in deinen Finger. Der Tropfen Blut fällt auf den Kopf des Gründlers, und ihr schweigt einen Moment, bevor du das Tier packst und es auf deinen Schultern zum Platz des Klanges trägst.
Du verschwindest im Gebüsch und stimmst einen leisen Gesang an. Keine richtigen Worte, eher Silben, die wie von selbst über deine Lippen zu kommen scheinen. Der Gründler bricht aus dem Geäst hervor. Dann wird er langsam, hebt den Kopf in die Höhe und stapft langsam in Richtung des Migarus-Geweihten. Dort legt er sich vor ihn auf den Boden.
Leredan durchsticht sein Herz mit einer Lanze und kniet nieder. Dann winkt er dir.
Du verschwindest im Gebüsch und stimmst einen leisen Gesang an. Keine richtigen Worte, eher Silben, die wie von selbst über deine Lippen zu kommen scheinen. Der Gründler bricht aus dem Geäst hervor. Deine Stimme kann den Ton nicht halten. Das Tier dreht sich zu dir um und rennt auf dich zu. Im letzten Moment fällt der Gründler zu Boden, getroffen von der Lanze des Migarus-Geweihten.
Doch mit seinem Sturz fährt einer der Hauer in dein Bein hinein. Blut spritzt auf, und du fällst. Leredan kniet sich neben dich, legt die Wunde an deinem Bein frei, tröpfelt den Inhalt einer Phiole darauf, die er aus seiner Tasche zieht, und verbindet die Wunde mit einem sauberen Tuch.
„Du hast Glück gehabt. Vielleicht hast du morgen noch Schmerzen, aber spätestens übermorgen ist es wieder gut.“
In deinem Kopf beginnt erneut die Musik, die Silben, die eben noch über deine Lippen gekommen sind. Der Migarus-Geweihte sieht dich ernst an, nickt und hebt sich den Gründler auf die Schultern. Du folgst ihm zum Platz des Klanges.
Du verschwindest im Gebüsch und legst beide Hände auf den Boden. Kraft summt durch dich hindurch, hinein in die Erde. Die Pflanzen in deiner Umgebung bewegen sich. Immer schneller und schneller, bis in deinen Ohren nichts anderes mehr ist als das Rauschen des Windes.
Erstaunt siehst du, wie der Gründler sich auf den Migarus-Geweihten zubewegt und sich vor ihn legt.
Der Priester nimmt das Opfer an und durchsticht mit der Lanze das Herz des Tieres.
Du verschwindest im Gebüsch und legst beide Hände auf den Boden. Kraft summt durch dich hindurch, hinein in die Erde. Die Pflanzen in deiner Umgebung bewegen sich. Doch deine Arme beginnen zu zittern, du bist zu schwach, den Kontakt zu halten. Dein Kopf wird leer, dein Blick verschwommen, und du fällst.
Als du wach wirst, sitzt Leredan neben dir, ein duftendes Tuch in der Hand. Vor ihm liegt der tote Gründler.
„Du wirst einige Tage Kopfschmerzen haben“, prophezeit er dir. „Doch dann werden sie wieder vergehen.“
Dann steht er auf und hebt sich den Gründler auf die Schultern. Du folgst ihm zum Platz des Klanges.
Kehre zu Deinem Reisetagebuch zurück und sieh nach, welche neuen Einträge sich ergeben haben.
Außerdem kannst du von dort wichtige Orte immer wieder aufsuchen.
