Die Wacht

„Aus den Federn, Reisender.“ Eine Fußspitze schubst dich sanft aus deiner dünnen Decke raus.

„Federn. Wenn es nur so wäre.“ Dein Blick wandert über das Lager. Aber es ist nichts, was du nicht gewohnt bist. Also stehst du seufzend auf und rollst deine Decken auf.

„Die Sonne ist schon eine Weile unterwegs, es wird Zeit, dass wir uns umsehen.“

Hartogh grinst. „Na, schön wär’s. Wobei, nein, eigentlich möchte ich nicht an Erafils Stelle sein. Aber los sollten wir trotzdem. Heute nehmen wir einen anderen Weg als du beim letzten Mal.“

„Da vorn gab’s eine Abzweigung. Ich bin Richtung Nordwesten gegangen, dann lass uns jetzt den anderen nehmen.“

Ihr folgt dem Weg, der sich langsam einen Hügel hinaufbewegt. Schließlich steht ihr oben und findet die Überreste eines Wachturms. Um euch herum versinkt das Land im Nebel. Zwei Vögel fliegen lautlos über euch. Ihr nähert euch dem Inneren der Ruine.

„Sieh her“, Hartogh winkt dich zu sich heran und deutet auf mehrere Striche in den Wänden.

„Zeichen, die hinterlassen wurden, um zu sagen, dass jemand hier war. Und von wo er kommt.“

„Kannst du sie verstehen?“

„Nur zum Teil. Hier, diese Kreise und Striche hier, die decken sich mit denen, die wir von der Landwacht benutzen. Aber diese hier“, seine Hand bewegt sich über die Zeichen, „die verstehe ich nicht.“

„Nein. Ich denke, das sind die Räuber. Aber wissen tu ich es nicht, solang ich keinen von ihnen finde, der mir die restlichen Zeichen erklären kann.“ Er seufzt. „Nicht, dass ich denke, dass einer von ihnen mir dann noch etwas darüber erzählt.“

Hartogh sieht dich an. „Was glaubst du, was mit den Räubern geschieht?“

Euer Schweigen wird vom Wind begleitet, der durch die Löcher in den Steinresten pfeift.

„Komm“, bricht der Soldat schließlich den unangenehmen Moment. „Lass uns etwas essen.“

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