Regional zusammen
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Wie Fantasy uns verbindet


Begegnungen im Internet

Ein Buch zu schreiben mag eine einsame Geschichte sein, zumindest von außen betrachtet. Ich persönlich sehe das nicht so, ich bin ja gar nicht allein, sondern mitten in meiner Welt, umgeben von meinen Figuren. Betrete die Orte und lebe dort.
Ein Buch sichtbar zu machen dagegen, da komme ich mir doch viel öfter allein bei vor.

Autorendasein im Jahr 2026 unterscheidet sich deutlich von 2016. Vor zehn Jahren, als ich mit meinen Kurzgeschichten gestartet bin, gehörte ein Social-Media-Account dazu, war aber längst noch nicht integraler Bestandteil. Es war die Vernetzung dessen, was man in der nicht digitalen Welt getan hat. Du gehst auf eine kleine Con und danach kennst du an die 20 neue Leute, mit denen du dich hinterher auf Social Media verbindest, um den Kontakt auch zu halten.

2026 rückt der Social-Media-Bereich gefühlt in den Mittelpunkt. Instagram zu haben ist ja quasi unumgänglich. Plötzlich lernt man Menschen nicht mehr nur real kennen, sondern einen großen Teil übers Internet.
Und dann können manchmal wirklich witzige Dinge entstehen: Ein Poster im Hintergrund eines Fotos kann dir etwas verraten, was dich vollkommen umhaut.

„Hey Elena, sag, kommst du etwa aus genau diesem Ort?“

Denn das Plakat mit der Werbung für die Neinhorn-Aufführung, das kenne ich doch. Da bin ich doch gestern erst langgelaufen. Lass uns treffen. So ganz in echt, real und auf dem Spielplatz, mit tobenden Kindern drum herum.

Begegnungen im Alltag

Lasst euch nicht verwirren, liebe Leser*innen, wenn ich jetzt zu einer ganz anderen Begegnung springe.

Ganz gleich, wo ich mich im Leben gerade befinde, der manchmal anstrengende, meist aber wunderbare Teil ist, dass ich Menschen begegne. Ganz unterschiedlichen. Gelegentlich reicht ein T-Shirt aus, um eine Gemeinsamkeit zu erahnen.

„Ist aber schon ’ne Weile her, oder?“
Ich zeige auf das Wacken-T-Shirt mit einer deutlich vergangenen Jahreszahl drauf.

„Stimmt, aber ich fahre jedes Jahr.“

Wacken. Ist es zu verrückt, zu denken, dass der Träger des T-Shirts Fantasy mag? Womöglich sogar düstere? Dass er Rollenspiel oder Tabletop mag?

Ein paar Wochen später reden wir zufällig gerade übers Lesen und ich scherze: „Hey, du solltest lieber mein Buch lesen.“ Und dann kommen wir ins Gespräch. Über Grimdark und Warhammer und über regionale Möglichkeiten. Über Räume, die verbinden.

Was soll ich sagen, ich hatte recht. Ein Wacken-T-Shirt ist doch ein recht gutes Indiz.

Begegnungen auf Cons

Nicht nur Social Media und Alltag schaffen genau diese Momente. Allen voran stehen immer noch die Veranstaltungen, auf denen die Menschen, die das Gleiche mögen wie man selbst, ganz gezielt herumlaufen. Ich rede natürlich von den Cons, von den großen und kleinen Messen, die Fantasy-Freunde zusammenbringen.

Die FeenCon in Bonn ist eine meiner liebsten Veranstaltungen. Zum einen natürlich, weil sie örtlich betrachtet „meine“ Con ist. Es gibt sie schon seit 1989 und als ich vor Jahren anfing, meine Geschichten zu veröffentlichen, war es für mich absolut logisch, genau dort zu lesen und später auch auszustellen.

So dann auch dieses Jahr, zum ersten Mal gemeinsam mit neu gewonnenen Freunden, die sich mit mir zur Dark Storyteller Guild zusammengeschlossen haben.

Auf der FeenCon gibt es nicht nur Bücher, sondern vor allem auch Spieler. Rollenspiel, Brettspiel, Tabletop, alles dabei.
Und, wie sich herausstellt, laufen da auch andere lokale fantasybegeisterte Menschen herum, die in der Szene zu Hause sind und dort arbeiten.

Wer hätte schon gedacht, dass einer der Menschen, die ich mit einem kleinen Würfelspiel an unseren Stand locke, einen Laden für 3D-Druck drei Orte weiter hat und dann auch noch genau in diesem Jahr einen Community Space eröffnet.

Und noch bevor es mir gelungen ist, in besagtem Laden aufzuschlagen, erhalte ich eine Nachricht vom Besitzer, der mir eben von der Eröffnung des Community Spaces erzählt und mir anbietet, dort eine Lesung zu machen.

Wer mehr über Dice Per Second wissen möchte: Hier gibt’s ein Interview von Karmaopterix. Du magst Rollenspiel? Dann schau dir den Youtube Kanal auf jeden Fall an.
Außerdem gibt es hier den Discord-Server von Dice Per Second.

Die kleinen Inseln der
Fantasy-Liebhaber

Nicht jeder von uns ist vernetzt. Gerade als Autorin setze ich einen Teil meiner Energie und Zeit dafür ein, andere kennenzulernen, die meine Leidenschaft für phantastische Welten, Spiele und Bücher teilen. Bücher werden nicht von alleine sichtbar. Eine Veröffentlichung zu haben, bedeutet nicht, Leser zu haben, sondern ist harte Arbeit.

Aber dieser Weg und oftmals auch Struggle, sichtbar zu werden, wird begleitet von eben jenen Begegnungen wie den drei, die ich hier beschrieben habe. Nicht nur ein beworbener Post, in dem ein Link zum Shop führt und der mein Buch zeigt, sondern Menschen, mit denen man redet.
Diskussionen um Gut und Böse, um Lesser Evil, um Weltenbau. Das Entstehen von Geschichten, der Prozess des Schreibens, die Ideen, die den eigenen Kopf so wild machen.
Spiele, Filme, Miniaturen.
Es steht eine ganze Welt hinter der Phantastik.
Und sie verbindet.

Plötzlich steht der Lehrer neben dem Arzt, der Sachbearbeiter neben dem Verkäufer und über alle Grenzen des Hauptberufes hinweg entsteht Verbindung, weil da eine geteilte Leidenschaft ist. Und diese Leidenschaft findet eben nicht nur online statt.

Ich habe nie ein Problem damit gehabt, alleine zu schreiben. Und an einigen Abenden sitze ich immer noch alleine am Schreibtisch. Aber, und das hätte ich absolut niemals geglaubt, mittlerweile habe ich an ganz vielen Schreibabenden Begleitung. Freunde, die da sind. Kollegen, die mit mir Wörter zählen, Marketing vorbereiten, sich über Gott und die Welt in den Pausen unterhalten, in denen die Augen sonst beschließen würden, Ende für den Tag zu machen.
Um mich herum spinnt sich mehr und mehr ein Netz aus vielen, vielen wundervollen Herzensmenschen, die mit mir gemeinsam ihre Leidenschaft teilen.

Nur ist der Hobbybereich des Spielens und Lesens bei vielen Menschen etwas, das im Kleinen stattfindet, weit weg von der Öffentlichkeit.
Nicht jeder fährt auf Messen und selbst wenn, dann vielleicht eher selten.
Bücher werden alleine gelesen.
Spieler haben oftmals eigene kleine Gruppen, die vielleicht sogar schon seit Jahren bestehen, sind aber mit anderen nicht vernetzt.

Nicht jeder braucht es, dieses Netz, das es geben könnte.
Aber manche …
Manche wären vielleicht froh, wenn sie wüssten, dass es im eigenen Ort andere Menschen gibt, die die gleiche Leidenschaft teilen.
Manche wären glücklich, sich mit anderen über Bücher austauschen zu können.
Manche wären begeistert, andere zu treffen, mit denen sich Spielrunden ergeben.
Denn oft ist gerade die Fantasy ja doch immer noch etwas, das einen mindestens mal zu Schulzeiten irgendwie anders gemacht hat.
Vielleicht ist es verrückt, andere Welten zu lieben, in andere Rollen zu schlüpfen, Miniaturen in stundenlanger, liebevoller Feinarbeit zu bemalen und dann damit große, würfelgetragene Schlachten zu schlagen.

Vielleicht ist es aber auch das Normalste der Welt, wenn wir wüssten, dass wir damit nicht alleine sind.
So zumindest ging und geht es mir.
Ich weiß, dass wir es nicht sind.
Ich weiß, dass wir viele sind.
Ich weiß: Wenn es Verrücktsein ist, ist es eben verdammt nochmal absolut phänomenal, lebendig. Eben PHANTASTISCH.

Ein Raum für uns

Deswegen feiere ich Möglichkeiten wie lokale Veranstaltungen, bei denen Menschen zusammenkommen können. Ganz gleich, ob es Spieleabend, Turnier, Workshop oder Lesung ist.

Ich lebe nicht in einer großen Stadt. Es ist nicht selbstverständlich für mich, einen Ort zu haben, an dem es all das gibt.
Ich bin verblüfft und begeistert, dass sich in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin und die nur drei Orte weiterliegt, ein Raum ergeben hat, in dem genau das möglich wird.

Aber ich weiß auch, dass es solche Angebote nur geben kann, wenn sie auch genutzt werden.
Und das ist nicht leicht, denn um entscheiden zu können, es zu nutzen, muss ich wiederum erst mal wissen, dass es das gibt. Sichtbarkeit, die Krux an vielen Dingen.
So schließt sich ein bisschen wieder der Kreis.
Denn einen Teil meiner Aufgabe als Autorin sehe ich genau darin: Ich gehe hinaus und spreche mit Menschen. Ob digital, im Alltag oder auf Messen. Lass uns reden, lass uns unsere Leidenschaft teilen.

Gemeinsam ist es ja doch irgendwie am schönsten, auch wenn eine leise Lesestunde sehr erfüllend sein kann.

Dein Raum – deine Begegnung

Vielleicht ist Elenas und meine Lesung am 23. Oktober 2026 der Moment, in dem du tatsächlich diesen Raum betrittst. In dem Begegnung möglich wird. In dem du Menschen findest, die mit dir die Liebe zu Spiel und Büchern teilen.
Ein Abend, an dem du einen Community Space entdecken kannst, in dem Menschen genauso verrückt sind wie du. Also im Grunde genommen wirklich normal!
Mehr zu Elenas und meiner Lesung findest du hier.

Und falls du Freude am gemeinsamen Austausch über Grimdark Fantasy und meine Welt Beormere hast, schau gerne auf meinem Discord vorbei! Ich freue mich (und bin vor allem abends eigentlich immer da 😉).





Du möchtest Breanos und Nerex selbst treffen? Dann betritt jetzt Aethels Taverne. Natürlich kannst du auch gerne in anderen Beiträgen stöbern.

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